Falschaussagen sind teuer!

Versicherungsunternehmen haben bei Schadensfällen, die in ihren Leistungsbereich fallen, nicht nur Pflichten. Auch sind ihnen nämlich spezielle Rechte zu eigen, die sie sehr schnell anwenden und damit zum Nachteil des Versicherungsnehmers werden können. Dieser Fall trifft vor allem dann ein, wenn wichtige Informationen der persönlichen Krankengeschichte unterschlagen werden. Wer glaubt, damit einen günstigen Tarif zu erhalten und damit auch durchzukommen, irrt!
Auch wenn diese Methode von Versicherungsmaklern in nicht allzu seltenen Fällen vorgeschlagen wird, da diese somit Versicherungen zu besseren Konditionen vermitteln können, die dem Versicherungsnehmer attraktiver erscheinen.
Eine solche Beratung entspricht definitiv keiner normalerweise zu wahrenden rechtlichen Zone, sondern kann als Abzocke bezeichnet werden, um auf dem schnellsten Weg unberechtigt Provisionen zu erhalten.
Was dies im Endeffekt für den Versicherungsnehmer heißt, außer vorerst u.U. einen günstigen Tarif zu bezahlen, kommt meist erst dann ans Tageslicht, wenn ein Schadensfall vorliegt, der dringend reguliert werden muss. Jeder Versicherungsnehmer weiß, dass es sich bei Schäden sehr schnell um mehrere tausend Euro handeln kann, die nicht eigenfinanziert werden können. Gerade in dieser Situation wurde das Schwindeln beim Vertragsabschluss häufig schon wieder vergessen und das wird dann richtig teuer!
Auch Versicherungen ziehen bei nicht wenigen Fällen eine Rechtsberatung hinzu und fechten einen abgeschlossenen Vertrag bei Verdacht auf Täuschung an. Ein solcher Prozess kann sich über Jahre hinweg ziehen und die bspw. anfallenden Krankenhausrechnungen bleiben fatalerweise unbezahlt.

Speziell chronische Krankheiten werden in Einzelfällen verschwiegen, obwohl genau diese am ehesten nachweisbar sind. Einspruch gegen eine Vertragsauflösung einzulegen, sollte mir nur sehr geringen Erfolgsaussichten betrachtet werden, denn bei einer nachweisbaren Täuschung ist das Versicherungsunternehmen dazu berechtigt, das Vertragsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Wie aber kann die Versicherung eigentlich erfahren, dass eine Vorerkrankung verschwiegen wurde, wenn doch Allgemeinmediziner der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen?
Noch bis vor wenigen Jahren war dies nicht möglich, denn tatsächlich konnten Ärzte nur in Ausnahmefällen von ihrer Schweigepflicht entbunden werden.
Diese rechtliche Grauzone führte zu der Einführung von so genannten Vertrauensärzten, die eine neutrale Haltung zwischen der Versicherung und dem Versicherungsnehmer einnehmen. Es besteht bei einem vereidigten Vertrauensarzt keine Möglichkeit der Subjektivität, da genau dies das Gutachten (negativ) beeinflussen würde.
Um an Vorinformationen zu gelangen, wird die Krankenakte des normalerweise behandelnden Arztes angefordert, der dazu verpflichtet ist, die Informationen des Patienten weiterzuleiten.
Spätestens an dieser Stelle wird ersichtlich, ob der Patient bereits mehrfach oder langjährig wegen dem entsprechenden Leiden beim Arzt war und ob der Patient eine diagnostizierte chronische Erkrankung hat.
Liegt beispielsweise der Wunsch nach der Anerkennung einer Arbeitsunfähigkeit vor, kann die Versicherungsleistung vollkommen untersagt werden, wenn bei Vertragsabschluss bereits falsche Aussagen getroffen wurden. Dass das Ausmaß der Folgen im Fall einer Arbeitsunfähigkeit und der damit verbundenen Folge, kein Ausfallgeld zu erhalten, immens groß ist, wird speziell an diesem Beispiel ersichtlich.

Die Relation zwischen einer durch die chronische Erkrankung bedingte erhöhten Tarifbasis und dem eintretenden Schadensfall, in dem durch eine Falschaussage nichts gesagt wird, gibt einen guten Einblick in die folgenschwere Entscheidung, höhere Kosten zu vermeiden und die Versicherung zu besseren Konditionen zu erhalten.